fbpx

Tag Archives for " Modernisierung "

2. Lausitzer Hackday – Challenges

​2. Lausitzer Hackday - Challanges

​2. Lausitzer Hackday - Challanges

Wie kann Digitalisierung die Entwicklung der Lausitz positiv beeinflussen? Die Region steht vor vielen Herausforderungen, die infolge des Kohleausstiegs an Dringlichkeit gewinnen. Gleichzeitig verfügt sie über eine Reihe positiver Standortfaktoren für die zukünftige Entwicklung und zeichnet sich durch Innovationspotenziale aus. 

Eure Herausforderung

Gesucht werden digitale und innovative Projekte, welche die Fokusbereiche Tourismus & Kultur, Mobilität & Nahversorgung, Wirtschaft & Arbeit sowie Gesundheit & Pflege challengen. In Teamarbeit sollen digitale Projekte in diesen Fokusbereichen entwickelt werden. Dazu haben wir drei Challenges erarbeitet, die aus den hervorgegangenen Workshops entstanden sind.​


Challenge Nr. 1: Autonomer Peoplemover (Shuttlebusse)

Eine große Frage in unserer Region stellt sich hinsichtlich der Mobilität. In vielen Gemeinden ist der öffentliche Personen- und Warentransport nicht zufriedenstellend ausgebaut. Wie kann mittels autonomer Peoplemover (Shuttlebusse) ein kombinierter Personen- und Warentransport im ländlichen Raum organisiert werden, bei dem:

  • Postsendungen, Pakete, Lebensmittel bedarfsgerecht in die Dörfer transportiert und gleichzeitig der Beförderungsbedarf der Fahrgäste bestmöglich (Berufs- und Schülerverkehr fahrplanmäßig, Zwischenzeiten „on demand“) abgedeckt wird 
  • die Fahrzeuge dezentral, d.h. in der ländlichen Fläche verteilt (ohne zentrales Depot) vorgehalten und geladen, gereinigt, geprüft und im Bedarfsfall gewartet werden
  • Optional: keine/minimale zusätzlichen Investitionen in zusätzliche Ladeinfrastruktur (Batterieinhalt ca. 30…50 kWh für 100 bis 200 km, Laden an Steckdose max. 3,6 kW, CEE 11kW) entstehen

Ziel der Challenge ist es, einen digitalen Software- oder Hardware-Prototyp zu entwickeln, mit dem Postsendungen, Pakete, und Lebensmittel bedarfsgerecht in die Dörfer transportiert werden und gleichzeitig der Beförderungsbedarf der Fahrgäste bestmöglich abgedeckt wird. Dies könnt ihr auf beliebige Art und Weise bewerkstelligen. Gibt es bekannte Ansätze für ein solches Thema aus anderen Regionen oder auch Großstädten? Oder gibt es

Ansätze aus anderen Bereichen, wie z. B. mobile Geschäftsstelle der Volksbanken („Zaster-Laster“)? Gegebenenfalls in die Challenge integrieren (aber möglicherweise auch zu komplex und weitreichend): Wie kann ein flexibles Liniennetz für autonome Peoplemover bedarfsgerecht aufgebaut werden, dass z.B. das sich ändernde Liniennetz dem Kunden optimal kommuniziert und weitere Sonderleistungen integriert (z.B. Transport / Ablieferung Tür zu Tür)?


​Challenge Nr. 2:
Digitale Aus- und Weiterbildungsangebote

Mit einem Beschäftigtenanteil von 84% bzw. 80% an den gesamten Erwerbstätigen in Brandenburg und Sachsen bilden kleine und mittlere Unternehmen das Rückgrat der Lausitzer Wirtschaftsstruktur. Diese KMU stehen in der Lausitz vor der großen Herausforderung, Fortbildungsangebote für ihre Mitarbeitenden effizient und attraktiv zu gestalten. Das liegt vor allem an der Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Fortbildungsstätten. Verschiedene private Dienstleister bieten bereits digitale Aus- und Weiterbildungsangebote an, die aber oft nicht auf den Bedarf der Unternehmen in der Lausitz zugeschnitten sind. 

Ziel der Challenge ist, eine technische Lösung (digitaler Software- oder Hardware Prototyp) zu entwickeln, die sich insbesondere der Vermittlung digitaler Kompetenzen widmet. Können digitale Technologien wie Virtual Reality oder Augmented Reality für ortsunabhängige Aus- und Weiterbildungsangebote in der Lausitz einen Mehrwert bieten? Wie können regionale Hochschulen und Weiterbildungsstätten einbezogen werden? Wie kann durch intelligente Kooperationen von Bildungseinrichtungen, Wirtschaft und öffentlicher Hand ein abgestimmtes (Fort-) Bildungskonzept, z.B. zur Förderung digitaler Kompetenzen, gelingen, das die Attraktivität der Lausitz als Wirtschaftsstandort weiter steigert und zur Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe aller Bevölkerungsschichten beiträgt?

Benötigter Input:

  • Was ist der Bedarf in der Lausitz?

  • Warum reichen derzeitige Angebote nicht aus oder treffen den Bedarf nicht?


​Challenge Nr. 3:
Bring your own Problem – but make it sustainable!

Der beschlossene Kohleausstieg in der Lausitz zum Schutz des Klimas eröffnet einen weitreichenden Diskurs - der Wegfall wichtiger Arbeitgeber geht Hand in Hand mit einer Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Zukunft der Region. Hinzu kommt, dass sich die Lausitz als strukturschwache Flächenregion der Herausforderung gegenübersieht, die Anbindung des ländlichen Raumes sicherzustellen, Lösungen für den zunehmenden Versorgungsmangel im Gesundheits- und Pflegebereich im ländlichen Raum zu finden oder neu entstehende Urlaubsziele , z.B. im Lausitzer Seenland oder dem Cottbuser Ostsee, für die heimische Wirtschaft und Bevölkerung zu nutzen. Doch wir wollen den Blick in die Zukunft richten! Der Strukturwandel in der Region muss als Chance gesehen werden. Dies verlangt nach Innovation, langfristigen und strukturstärkenden Ideen. Wie können wir die positiven Standortfaktoren nutzen? Ein Ansatz kann folgender Gedanke sein: Für zielführende digitale Lösungen ist eine Kooperation „nur“ zwischen Entwicklern und Designern nicht ausreichend. Vielmehr brauchen wir interdisziplinäre Gruppen von u.a. IT-Experten, Handwerksbetrieben, Stadtplanern und den Menschen, die die Probleme der Bewohner genau kennen. Wie können wir unsere Kompetenzen hier bündeln, um alltagstaugliche und formende Lösungen mit life des Web zu kreieren? Probleme des Alltags sollen durch mehr Vernetzung und Austausch von Know-How Ideen für die Lausitz schaffen.

Das Ziel der dritten Challenge ist deshalb offen definiert und stellt die Frage in den Raum: Welche Innovationen wünschst du dir für die Lausitz? Was interessiert dich? Wo siehst du das meiste Potenzial für die Region? Es gibt nur zwei Bedingungen:

  1. Deine Lösung muss eine Relevanz für die Lausitz haben

  2. Deine Lösung muss ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig sein

Auch hier suchen wir digitale Innovationen und Prototypen, welche die Region Lausitz in Zukunft weiterbringen und dazu führen können, dass die Region gestärkt wird.

Benötigter Input:

  • Kennzahlen Lausitz

  • Nennung positiver Standortfaktoren für Inspiration und Hintergrund 

Für alle Challenges gilt:

  • Austoben ist ausdrücklich erwünscht

  • Ihr dürft alle Technologien nutzen, die euch geeignet erscheinen: egal ob Smartphones, Tablets, Datenbrillen, AR/VR, Bilderkennung, eine Kombination von öffentlichen APIs etc.

  • Die Lösungen müssen eine Relevanz für die Lausitz darstellen

  • Die Lösungen sollten sozial-ökonomisch nachhaltig sein

​​Kommentiere unseren Beitrag

#impactstories mit Marcus Dawidjan

#impactstories mit Marcus Dawidjan 

Sophia: Stadt.Land.Netz - bei diesem Namen denken viele an das allseits beliebte Spiel "Stadt Land Fluss". Mit wilden Fragerunden hat euer Startup jedoch eher weniger zu tun, oder?  

Nein, mit dem Spiel haben wir tatsächlich nichts zu tun, obwohl viele Leute das gerne verwechseln. Wir sind ein IT-Startup im Bereich der Softwareentwicklung und helfen Behörden auf dem Weg in die digitale Verwaltung. 

Sophia: Die Gründung eures Unternehmens liegt mittlerweile gut 2 1/2 Jahre zurück. Seitdem seid ihr deutlich gewachsen und digitalisiert deutschlandweit Behörden. Wie hat damals alles angefangen? 

Angefangen hat eigentlich alles vor gut vier Jahren. Lars, mein Mitgründer und ich kennen uns schon seit der Schulzeit. Lars ist danach in die Verwaltung gegangen, hat seine Ausbildung bei der Stadt Chemnitz gemacht und ich habe zunächst in Dresden studiert. Wir haben uns aber nie aus den Augen verloren, waren immer gute Freunde. Lars hat damals während seiner Zeit im Behördenalltag eine Software entwickelt, die wir noch heute gemeinsam als unser Hauptprodukt vertreiben. Diese Software heißt VIA - lateinisch für Weg/ Straße. Zu Beginn haben wir geprüft, ob man dieses Produkt noch woanders einsetzen kann, also nicht nur in diesem einen Zweckverband, in dem Lars arbeitete und so ist dann sukzessive die Firma entstanden. Indem wir weitere Landkreise fragten: "Wäre diese Software etwas für euch? Könnt ihr das nutzen? Würdet ihr dafür Geld ausgeben?" Ja und 2016 im Herbst haben wir dann unsere GmbH gegründet. 

Sophia: Kannst du mir am Beispiel eures Produkts VIA erklären, wie eure Softwarelösungen aussehen und funktionieren? 

VIA ist eine Webanwendung, die mit dem Browser aufgerufen wird und darin werden Schülerdaten verarbeitet. Eltern stellen zunächst einen Antrag auf Schülerbeförderung. Dieser wird benötigt, wenn Kinder nicht zu Fuß oder von den Eltern gebracht zur Schule kommen können. Grundsätzlich werden die Fahrtwege dann durch den ÖPNV abgedeckt, aber was ist mit den Kids, die nicht mit dem ÖPNV fahren können? Weil es keine vernünftige Verbindung gibt oder eine Behinderung vorliegt. Dann wird das Kind mit dem Taxi oder mit einem Kleinbus gefahren. Durch VIA konnten die Fahrtwege dann so effizient gestaltet werden, dass de facto weniger Kilometer gefahren werden mussten und darüber hinaus die Verwaltungsarbeit geringer wurde. 

Sophia: Wie waren die ersten Reaktionen auf eure Gründungsidee?  

Also in meinem direkten Umfeld hat es tatsächlich am Anfang niemand so recht verstanden, warum man sich in Richtung Behörden spezialisieren würde, wenn man doch vermeintlich viel coolere Dinge machen könnte. Aber als wir damals mit potenziellen Kunden gesprochen haben, haben wir festgestellt, dass das ein durchaus spannender Markt ist und wir hatten zu Beginn nicht nur den Proof of Concept, sondern bereits das Produkt, sodass wir gleich anfangen konnten. Da war die Entscheidung schnell gefallen. Mittlerweile haben es auch alle anderen verstanden, dass das ein ganz schön cooles Thema ist. Behördenarbeit, das klingt erstmal trocken, natürlich, aber das ist ein Bereich, in dem relativ wenig los ist, aber extrem viel Musik drin steckt, weil die Behörden vielfach noch nicht digital arbeiten und wir gute Lösungen präsentieren können, die einen Mehrwert für die Nutzer und sogar einen ökologischen Mehrwert bieten. Denn mit unserer Anwendung sparen wir gefahrene Kilometer, das heißt weniger Verkehrslast auf den Straßen und weniger CO2 Emissionen. 

Sophia: Wie macht ihr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunaler Behörden zu Digitalisierungs-Experten?  

Also Experten würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, aber wir befähigen sie dazu, ihre Arbeit moderner und effizienter zu gestalten. Das heißt weg von Papier und Excel-Listen hin zu einer Anwendung, die eigentlich selbsterklärend ist. Natürlich muss man die Mitarbeitenden vorab schulen, aber die Teams sind begeistert und freuen sich darüber, wenn eine coole moderne Lösung kommt, die mal nicht grau ist und mal nicht von Microsoft kommt. 

Sophia: Hand auf's Herz, lässt sich die Digitalisierung deutscher Behörden leicht umsetzen? Bekanntlich mahlen die bürokratischen Mühlen eher langsam. 

Teils, teils - also wenn wir das jetzt bspw. im Bereich der Akquise betrachten, dann machen wir entweder Kaltakquise, also ich rufe potenzielle Kunden an und stelle unsere Produkte vor oder Warmakquise, also Kunden rufen uns an und sagen: "Wir haben euch gefunden im Web, stellt euch mal vor." Das sind zwei krasse Gegensätze. Bei der Kaltakquise ist es so, dass ich oftmals auf offene Ohren treffe, aber es gibt natürlich auch diejenigen, die sagen, damit haben wir nichts am Hut, das wollen wir nicht. In meinen Augen haben den Bedarf theoretisch alle, ob die Mitarbeitenden in den Behörden diesen Bedarf sehen, ist wieder was anderes. 

Sophia: Was muss in Deutschland noch passieren, damit wir in der Digitalisierung nicht abgehängt werden, was nach wie vor vielfach befürchtet wird?  

Ich glaube die Verwaltung sollte befähigt werden auch mal schnell Lösungen auszuprobieren, ohne die Notwendigkeit zu haben, sofort jahrelange Verträge mit hohen Kosten abschließen zu müssen. Außerdem braucht es engagierte Leute in der Verwaltung, die sagen, wir setzen uns den Hut auf und probieren das aus. Viele Städte machen das bereits, die haben i.d.R. einen CIO, der das Thema Digitalisierung in den Behörden vorantreiben soll. 

Sophia: Ihr gehörtet zu den ersten Membern des Impact Hub Dresdens. Wie konnte euer junges Unternehmen von der hiesigen Arbeitsumgebung profitieren?  

Wir haben das Arbeiten im Impact Hub sehr gut und gerne genutzt. Als junges Startup eine Anlaufstelle zu haben, gemeinsam mit anderen Kreativen zu arbeiten und mit ihnen Erfahrungen auszutauschen, zu netzwerken - es ist einfach fantastisch gewesen im Impact Hub!

Danke Marcus für das spannende Interview und schön, dass du bei uns bist.

Marcus Dawidjan  

In unserer neuen Reihe #impactstories wollen wir euch in regelmäßigen Abständen die Vielseitigkeit unserer Member und deren Projekte näher vorstellen. Wenn du das Hub und unsere Community kennenlernen möchtest, dann melde Dich gerne für eine Probewoche bei uns im Impact Hub an. JETZT ANMELDEN.

Sophia ist Community ​Managerin im Impact Hub. Sie interviewt regelmäßig inspirierende Menschen ​und erzählt von ​deren Geschichten.

Interviewpartner:

Marcus Dawidjan

https://stadtlandnetz.de

​​Kommentiere unseren Beitrag

>