April 1

#impactstories Warum Seedpicks nachhaltige Alternativen hochleben lässt

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#impactstories mit ​Elisa Mühlmann

​Warum Seedpicks nachhaltige Alternativen hochleben lässt – ein Interview mit der Gründerin

Seedpicks will bewussten Konsum massentauglich machen. Dafür bietet es die Bühne für nachhaltige Alternativen und die Geschichten ihrer GründerInnen. 

​Hub: Hey Elisa, Du bist ja schon seit gut drei Jahren im Impact Hub. Wie kommt es, dass du jetzt etwas Neues wagst?

Genau, ursprünglich bin ich durch Permagold in den Impact Hub gekommen. Das ist ein Startup, dass die Agrarwende aus Bürgerhand durch Mischkultursysteme anstoßen will. Von Beginn an habe ich sie in der externen Kommunikation unterstützt und da schon gemerkt, wie schwer das gerade für kleine, nachhaltige Startups sein kann. 

Wie bei so vielen Neugründungen ist das Team klein und das Budget noch kleiner. Klar, die möglichen Investitionen sollen ja vor allem in die Produktentwicklung fließen. Also bleiben wenige Kapazitäten, um sich der Vermarktung und der Wahl der richtigen Kommunikationskanäle zu widmen. Gerade da ist es so wichtig zu wissen, wer die Zielgruppe ist und wo wir sie finden.

Da ist Zielgruppe genau das richtige Stichwort. Die wollen wir Marketingmenschen ja möglichst ohne den sogenannten Streuverlust treffen. Und da begann ich so langsam über eine Art Community nachzudenken. Eine Gemeinschaft aus Menschen, die sich stark für nachhaltige Alternativen interessiert; der sich junge Startups direkt vorstellen können. 

Je konkreter die Vorstellungen wurden, umso mehr drängte sich noch ein weiterer Knackpunkt auf. Denn die Initiative zum ersten Kauf ist gerade in diesem Bereich noch oft vom Preis beeinflusst. Im Vergleich zu konventionellen Produkten erscheint der vielleicht recht hoch. Damit die Mitglieder die Marken also erstmal kennenlernen können, gibt es auf Seedpicks also auch Freundschaftsdeals. Das senkt die Hemmschwelle zum Testen, schafft Vertrauen und macht uns KonsumentInnen zu hoffentlich treuen Kundinnen.

Lange Rede, kurzer Sinn: so ist Seedpicks letztlich entstanden. Es ist eine Bühne für nachhaltige Alternativen. Sie können sich genau ihrer Zielgruppe vorstellen und bedanken sich dafür mit tollen Kennenlernangeboten. Win-Win für alle!

​Hub: Mit Seedpicks hast du dir auch gleich ein ambitioniertes Ziel auf die Fahnen geschrieben. Du willst bewussten Konsum massentauglich machen. Was steckt dahinter?

Alles was ich eben beschrieben habe, zahlt meiner Meinung nach schon darauf ein. Aber vielleicht erkläre ich erst mal, was ich unter bewusstem Konsum verstehe.

Mit bewusstem Konsum meine ich Kaufentscheidungen, die nicht nur schnell im (Bio-)Supermarkt getroffen werden. Ob getrieben durch das stylichste Etikett, vertrauenserweckende Labels für fairtrade, bio, zucker-, palmölfrei etc. oder letztlich durch den Preis. Mir zumindest ging es oft so, dass mich genau diese Faktoren beeinflussten.

Also wollte ich wissen, was genau dahintersteckt. Warum ein Gründerteam sich hinsetzt und vegetarischen Brotaufstrich Nummer eintausenundeins auf den Markt bringt. Es muss ja etwas geben, was sie an den Bisherigen nicht zufrieden gestellt hat. Oder was sie meinen noch „besser“ machen zu können. Sei es in der Produktion der Rohstoffe, Verarbeitung, Verpackung oder dem Versand.

Offenbar bin ich damit nicht alleine. Menschen, die auf Seedpicks die Beiträge gelesen haben, berichten mir genauso begeistert von den Einblicken hinter die Kulissen. Haben sie dann Gäste zuhause, können sie zum Abendessen direkt noch erzählen, woher die Limo, die Gewürze oder eben der Brotaufstrich stammen. Dieses Gefühl, die Marken zu kennen und zu wissen wer dahintersteckt – das ist der bewusste Konsum, von dem ich spreche. 

Das schafft eine ganz andere Bindung zu den Produkten. Es erzeugt Verständnis für ihren wahren Wert und warum der sich eben auch im Preis widerspiegelt. Das kann der Hebel sein, dass mehr Menschen sich in ihren Kaufentscheidungen dahingehend beeinflussen lassen. Und fragen mehr Menschen nachhaltige Alternativen nach, hat das wichtige Effekte.

Denn einerseits senden sie damit ein Signal an große Konzerne, sich vom Umdenken und den neuen Wegen inspirieren zu lassen. Andererseits ermöglicht das höhere Produktionskapazitäten. Im Gegensatz zu kleinen Chargen sinkt damit auch der Stückpreis. All die grünen Produkte werden für mehr Menschen erschwinglicher und bestärken damit den Aufwärtstrend. Auf diese Weise kann bewusster Konsum eben massentauglich sein.

​Hub: Wie genau trägt Seedpicks dazu bei, nachhaltige Alternativen massentauglich zu machen?

Auf Seedpicks.com erzählen wir die Geschichten der GrünerInnen und ihren nachhaltigen Ideen. Dabei kann nachhaltig mal sozial, mal ökologisch gemeint sein. Nicht alle Produzenten sind zum Beispiel bio-zertifiziert. Sie können auch verantwortungsvoll handeln, ohne sich Labels leisten zu können. Die Standards übererfüllen sie sogar in den meisten Fällen und so ist es nur wieder eine finanzielle Frage der Zertifizierung.

Wichtig ist es, nachhaltige Alternativen aus der Nische zu holen. Darüber zu sprechen, was Nachhaltigkeit bedeutet und mit einigen Mythen aufzuräumen. Dafür gibt es zusätzlich noch den Instagram-Kanal. Dort gibt es natürlich immer die Updates zu neuen Beiträgen und den monatlichen Aktionen, aber auch wissenswerte Fakten. 

Immer mit dem Ziel vor Augen, eine Community mit bewussten und aufgeklärten KonsumentInnen zu sein. Die eben wissen worauf es ankommt, ihre Lieblingsprodukte gut kennen und den Marken vertrauen. So sehr, dass sie ihnen diese Plattform ermöglichen. Denn um unabhängig von werbenden Unternehmen zu sein, ist Seedpicks auch durch die Community getragen. 

Wie bei anderen Magazinen gibt es die Möglichkeit einer monatlichen Unterstützung. Alles aber ohne Paywalls, also Beschränkungen für die Artikel. Schließlich geht es ja darum, das Wissen unter die Leute zu bringen ohne Unterschiede zu machen.

​Hub: ​Man wird also ein Teil der Community und unterstützt damit die nachhaltigen Alternativen. Das allein gibt natürlich ein gutes Gefühl, aber es gibt sogar noch mehr Benefits, oder?

Richtig. Ich merke zwar schon, wie alleine das Wissen über die Gründergeschichten einige Leute strahlen lässt. Dennoch hatte ich ja noch den Faktor der Hemmschwelle vor dem ersten Kauf im Kopf. Daher gibt es für alle Mitglieder monatlich mindestens einen Freundschaftsdeal. Der kommt per Email direkt ins Postfach und ist meistens ein Rabattcode für den Einkauf. Manchmal spart man die Versandkosten, mal gibt es auch etwas einfach gratis dazu. 

Das ist vor allem fair für die Marken. Denn ihnen entstehen damit keine wirklichen Ausgaben für das Marketing. Nur für tatsächliche Käufe „zahlen“ sie im weitesten Sinne. Dieser Streuverlust, von dem ich vorhin sprach, ist damit exakt auf Null reduziert. Ein einfacher Weg für sie, sich bei den SeedpickerInnen zu bedanken.

Denn die Hauptsache ist, man kann die Produkte probieren und sich selbst ein Bild davon machen, wie viel besser zum Beispiel handgepflückte Kräuter schmecken. Auch Sportkleidung aus geborgenen Fischernetzen, wirklich fair gehandelter Kaffee und in Permakultur angebauter Kakao waren schon dabei. Bald kommen nachhaltige Alternativen für Zahnbürsten, Spielzeuge und ToGo-Becher dazu. Es ist also an alle Bedürfnisse des täglichen Lebens gedacht. 

​Hub: Wie geht es denn neben den neuen Produkten weiter für Seedpicks, was sind deine nächsten Ziele? 

Mein Antrieb jeden Morgen ist es, noch mehr Menschen auf Seedpicks aufmerksam zu machen. Denn letztlich steht und fällt die Plattform mit der Gemeinschaft. Und die muss fleißig wachsen, um dieses Ziel vom massentauglichen bewussten Konsum, greifbar zu machen.

Dann geistern mir natürlich auch schon unzählige andere Ideen wieder durch den Kopf. Zum Beispiel die Lösung, dass die Bestellungen einzeln in den Onlineshops ausgelöst werden. Das ist für den Moment gut und schon super hilfreich, aber macht mein Ökoherz etwas traurig. Dafür gibt es also irgendwann eine andere Option, die weniger Pakete über Deutschlands Straßen schickt.

Da mir dieses Gemeinschaftsgedanke für Seedpicks so wichtig ist, suche ich auch nach mehr Möglichkeiten der Interaktion. Wie können sich die ProduzentInnen und KonsumentInnen noch näherkommen? Wie können sie sich besser austauschen und vielleicht voneinander lernen? Also kann Seedpicks auch noch die Stimme des Marktes werden, die in der Produktentwicklung befragt wird? Es gibt auf jeden Fall noch eine Menge zu tun!

​Hub: Wie kann dich der Impact Hub dabei unterstützen?

Der Impact Hub hat mich bis hierhin ja schon stark geprägt. Hier sitzen so viele Macher und Macherinnen. Das motiviert unheimlich, eine Idee auch tatsächlich mal in die Tat umzusetzen. In einem anderen Umfeld, wäre ich vielleicht als Spinnerin abgetan wurden und der Gedanke von Seedpicks im Sande verlaufen. Viel zu schade für jede einzelne nachhaltige Alternative. 

Jetzt gerade zu Beginn kann die Gemeinschaft einfach sehr helfen. Wenn jedes Member nur zwei Menschen davon erzählt, sind wir morgen ja schon ein Vielfaches an KonsumentInnen, die die Geschichten hinter ihren Produkten kennen. Und es gibt so viele andere Startups, die sich im Öko-Umfeld bewegen. Die können Seedpicks mit ihrer Community teilen und vor allem immer wieder neue Marken vorschlagen. Damit auch der Content auf der Seite niemals enden wird. Aber ich glaube, das passiert eh nicht. 



Danke für die Einblicke 
in deinen Alltag, Elisa. Wir drücken dir die Daumen für Seedpicks und all die grünen Startups, die dabei eine Rolle spielen. 

​- Impact Hub Dresden

In unserer neuen Reihe #impactstories wollen wir euch in regelmäßigen Abständen die Vielseitigkeit unserer Member und deren Projekte näher vorstellen. Wenn du das Hub und unsere Community kennenlernen möchtest, dann melde Dich gerne für eine Probewoche bei uns im Impact Hub an. JETZT ANMELDEN.

Interviewpartnerin:

​Elisa Mühlmann

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Tags

business, Direktvermarktung, founder, impactstories, social, startup


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